30.01.2020 | Online-Panel Welche Verantwortung tragen touristische Betriebe beim Thema Nachhaltigkeit?

Ziel der dritten und letzten Umfrage unseres Online-Panels 2019 war es, die Bedeutung von Nachhaltigkeit in touristischen Betrieben zu ermitteln und den erforderlichen Unterstützungsbedarf zu identifizieren. Generell hat das Thema Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche einen hohen Stellenwert, für ein Drittel der Befragten ist das Thema in den internen Unternehmensprozessen allgegenwärtig, in jedem vierten Betrieb ist Nachhaltigkeit organisatorisch verankert. Die größten Herausforderungen bestehen nach wie vor in der Umsetzung von konkreten Maßnahmen sowie speziell im Handlungsfeld Mobilität und Verkehr.

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28.11.2019 | Insights Fachkräfte im Tourismus dringend gesucht

Der demographische Wandel und das allgemeine Image der Tourismuswirtschaft als nur eingeschränkt attraktiver Arbeitgeber führen in touristischen Betrieben immer häufiger zu Besetzungsproblemen, die in der öffentlichen Debatte unter dem Begriff des Fachkräftemangels diskutiert werden. Es heißt, Arbeitskräfte fehlen. Doch kann im Tourismus tatsächlich von einem Fachkräftemangel gesprochen werden?

Bei den Trendthemen bis zum Jahr 2030 in unserem Online-Panel steht der Bereich Fachkräftemangel an fünfter Stelle. Die DIHK-Tourismusumfragen bestätigen, dass der Fachkräftemangel für die Geschäftsentwicklung touristischer Unternehmen sogar eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Das Gastgewerbe und die Verkehrswirtschaft sind dabei besonders betroffen. Bemerkbar machen sich die Folgen z. B. durch verkürzte Öffnungszeiten oder ein eingeschränktes Angebot.

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Wie relevant sind prognostizierte Zukunftsentwicklungen für die Vertreter und Akteure in unserer Branche wirklich? Welche Bedeutung haben sie für Leistungsträger, wie wichtig sind sie für DMO und welche Folgen haben die Entwicklungen für Reiseveranstalter, Online Travel Agencies und für den stationären Vertrieb? Was können wir tun, um Risiken zu minieren und wünschenswerte Entwicklungen zu fördern?

Anhand von 13 zentralen Thesen aus unserer Delphi-Studie und der Phocuswright – Studie „Tourism in Germany 2030“ haben sich in unserer Workshop-Reihe mehr als 30 Experten aus allen touristischen Segmenten mit diesen Fragen auseinandergesetzt.

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Gearbeitet wurde in angenehmer Atmosphäre in der Ulme 35 (Interkulturelle Begegnungsstätte aus dem Format Meet & Change des Berlin Convention Office)

In Arbeitskreisen, jeweils stellvertretend für Leistungsträger, für DMO und für Reiseveranstalter/ Reisebüros/ Online Travel Agencies wurden die Thesen abgeklopft und teilweise optimiert und mit Handlungsempfehlungen ergänzt. Die Ergebnisse offenbaren deutliche Unterschiede in den Perspektiven: Für Leistungsträger stehen andere Thesen im Vordergrund als für DMO, für Reiseveranstalter andere als für Reisemittler. Einige zentrale Erkenntnisse (mit jeweils unterschiedlicher Relevanz in den einzelnen Arbeitskreisen) aus unseren Workshop-Gruppen:

  • Der stationäre Reisevertrieb muss neue Geschäftsmodelle integrieren, um nicht vom Onlinereisevertrieb verdrängt zu werden. Hierzu muss die Aus- und Weiterbildung umstrukturiert und Digitalisierung als Schwerpunkt aufgenommen werden. Außerdem muss die Spezialisierung hinsichtlich der Produkte gefördert werden.
  • Damit die deutsche Tourismusbranche auch in Zukunft Innovationen hervorbringen kann und sich deutsche Start-Ups Marktanteile sichern können, ist die moderierte Netzwerkbildung zwischen etablierten und jungen Unternehmen zentrale Voraussetzung und wichtiges Anliegen der Akteure.
  • Datenmanagement ist bereits jetzt eine zentrale Aufgabe in Management und Marketing. Um mit der zukünftigen Relevanzsteigerung Schritt zu halten, muss Datenmanagement, auch im Mittelstand, in der Organisationsstruktur verankert werden.
  • Der Digitalisierung als Begriff wird höchste Bedeutung eingeräumt. Ein konkretes Verständnis für die Bestandteile der Digitalisierung ist jedoch oft nicht vorhanden. Dieses Bewusstsein muss konsequent in alle Bereiche von Lehre, Aus- und Weiterbildung eingebracht werden. Von der Schule über die Ausbildung bis zu den Hochschulen und Universitäten.
  • Die Rolle von DMO muss neu gedacht, Kompetenzbereiche müssen neu definiert und erweitert werden. In Zukunft werden DMO lokale und regionale Entwicklungsstrategien integrieren und als neutraler Lotse fungieren. Die Bildung belastbarer Strukturen und die Entwicklung klarer Visionen und Ziele sind Voraussetzung für die kommenden Veränderungen.
  • Übergeordnete Netzwerke sind wichtig, um Synergien für eine kundenorientierte und nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Um Deutschland im Sinne einer kulturell offenen und mehrsprachigen Destination weiterzuentwickeln, müssen Ängste abgebaut, interkulturelle Kompetenzen und Mehrsprachigkeit gefördert werden.

Wir danken allen Beteiligten für die engagierte Teilnahme und die wertvollen Eindrücke. Die Ergebnisse werden nun von uns weiter aufbereitet und bieten somit eine wichtige Orientierung für die Tourismusentwicklung bis zum Jahr 2030.

Weitere Informationen folgen in unserem Newsletter und auf www.kompetenzzentrum-tourismus.de.

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