28.11.2019

Fachkräfte im Tourismus dringend gesucht

Der demographische Wandel und das allgemeine Image der Tourismuswirtschaft als nur eingeschränkt attraktiver Arbeitgeber führen in touristischen Betrieben immer häufiger zu Besetzungsproblemen, die in der öffentlichen Debatte unter dem Begriff des Fachkräftemangels diskutiert werden. Es heißt, Arbeitskräfte fehlen. Doch kann im Tourismus tatsächlich von einem Fachkräftemangel gesprochen werden?

Bei den Trendthemen bis zum Jahr 2030 in unserem Online-Panel steht der Bereich Fachkräftemangel an fünfter Stelle. Die DIHK-Tourismusumfragen bestätigen, dass der Fachkräftemangel für die Geschäftsentwicklung touristischer Unternehmen sogar eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Das Gastgewerbe und die Verkehrswirtschaft sind dabei besonders betroffen. Bemerkbar machen sich die Folgen z. B. durch verkürzte Öffnungszeiten oder ein eingeschränktes Angebot.

Mit dem Fachkräfteradar der Bundesagentur für Arbeit lässt sich die aktuelle Fachkräftesituation differenziert betrachten. Es liefert jedoch keinen Nachweis für einen generellen Fachkräftemangel in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen. Über alle Berufsgruppen hinweg kommen 2,4 Arbeitslose auf eine freie Stelle. Der Zeitraum, in dem eine Stelle nicht besetzt werden konnte (Vakanzzeit) liegt mit + 4 % knapp über dem Bundesdurchschnitt. Im Vergleich dazu liegen die Daten in der Altenpflege bei 0,3 Arbeitslosen pro Stelle und einer Vakanzzeit von + 67 %, sodass in der Pflege von einem signifikanten Engpass gesprochen werden kann. Im Tourismus deutet dagegen lediglich die sich abzeichnende rückläufige Arbeitslosenanzahl langfristig auf einen möglichen Engpass hin.

FachkraefteQuelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Fachkräfteradar), Kartengrundlage GeoBasis-DE / BKG 2017

Der Vergleich der Branchenbereiche zeigt, dass sich die Fachkräftesituation in der Gastronomie mit 1,9 Arbeitslosen auf eine freie Stelle und einer Vakanzzeit von + 16 % insgesamt am kritischsten darstellt. Dennoch kann im bundesweiten Vergleich dieser Daten lediglich in Thüringen von einem Fachkräfteengpass in der Gastronomie gesprochen werden.
Fest steht: Die Schere zwischen Stellenangebot und Nachfrage nach einem Arbeitsplatz droht immer weiter auseinander zu gehen, sodass der Fachkräftemangel in der Tourismuswirtschaft kurzfristig zu einem bestimmenden Thema wird.

Mit der Kommunikationsoffensive #richtiggemacht begeistern wir in Zusammenarbeit mit Branchenvertretern junge Menschen für einen Ausbildungsplatz im Tourismus. Das ist jedoch nur ein Beispiel für weitere Brancheninitiativen, die notwendig sind, um die Attraktivität von Arbeitgebern im Tourismus langfristig zu steigern.

 

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